Regenwasser zu sammeln und für die Gartenbewässerung zu nutzen, ist eine praktische Möglichkeit, vorhandene Wasserressourcen sinnvoll einzusetzen. Wer dafür keine aufwendigen Erdarbeiten durchführen möchte, kann eine faltbare Zisterne in Betracht ziehen. Diese flexiblen Wassertanks werden oberirdisch aufgestellt und bestehen häufig aus robustem, PVC-beschichtetem Gewebe. Im leeren Zustand lassen sich geeignete Modelle zusammenfalten, während sie sich beim Befüllen mit Wasser ausdehnen.
Eine faltbare Zisterne kann je nach Fassungsvermögen für kleine Gärten, Gewächshäuser, größere Grünflächen oder gewerbliche Gartenbaubetriebe geeignet sein. Unterschiedliche Größen ermöglichen es, die gespeicherte Wassermenge an den individuellen Bedarf anzupassen. Damit die Anlage zuverlässig funktioniert, sollten jedoch der Aufstellort, die Wasserzufuhr, die Tankgröße und die erforderlichen Anschlüsse sorgfältig geplant werden.
Im Folgenden erfahren Sie die wichtigsten Punkte zur Funktionsweise, Installation und Nutzung einer faltbaren Regenwasserzisterne ohne Erdarbeiten.
1. Was ist eine faltbare Zisterne für Regenwasser?
Eine faltbare Zisterne ist ein flexibler Wasserbehälter, der zur oberirdischen Speicherung von Wasser verwendet wird. Aufgrund seiner Form wird er häufig auch als Kissentank oder Tankkissen bezeichnet. Das Material besteht bei vielen Modellen aus einem beschichteten technischen Gewebe, das für die vorgesehene Nutzung entwickelt wurde.
Im Gegensatz zu einem klassischen starren Wassertank besitzt eine faltbare Zisterne keine dauerhaft feste Behälterform. Im entleerten Zustand kann sie bei geeigneten Modellen zusammengelegt werden. Beim Befüllen nimmt der Tank seine vorgesehene Form an und speichert das Wasser innerhalb des flexiblen Behälters.
Solche Tanks werden beispielsweise zur Speicherung von Regenwasser eingesetzt, das anschließend für die Bewässerung von Gärten, Beeten und Gewächshäusern genutzt werden kann. Voraussetzung ist, dass das jeweilige Modell für den geplanten Einsatz geeignet ist.
2. Oberirdische Wasserspeicherung ohne Erdarbeiten
Einer der wichtigsten Vorteile einer faltbaren Zisterne ist die Möglichkeit, Regenwasser oberirdisch zu speichern. Bei einer unterirdischen Zisterne müssen normalerweise eine Baugrube vorbereitet und der Behälter fachgerecht eingebaut werden. Bei einem geeigneten oberirdischen Kissentank entfällt dieser klassische Einbau.
Das kann besonders praktisch sein, wenn der Garten bereits fertig angelegt ist oder größere Bauarbeiten vermieden werden sollen. Auch bei Grundstücken, auf denen der Zugang für Baumaschinen schwierig ist, kann eine flexible Lösung infrage kommen.
Allerdings bedeutet der Verzicht auf Erdarbeiten nicht, dass keine Vorbereitung notwendig ist. Der Untergrund muss eben, sauber und ausreichend tragfähig sein. Zudem muss genügend Platz vorhanden sein, damit sich der Tank beim Befüllen vollständig ausdehnen kann.
3. Flexible Bauweise und platzsparende Lagerung
Faltbare Zisternen unterscheiden sich von starren Behältern durch ihr flexibles Material. Bei dafür vorgesehenen Modellen lässt sich der entleerte Tank zusammenfalten und bei Nichtgebrauch platzsparend aufbewahren.
Diese Eigenschaft kann beim Transport, bei der Lagerung und bei saisonaler Nutzung hilfreich sein. Wenn beispielsweise während bestimmter Monate besonders viel Regenwasser benötigt wird, lässt sich ein geeigneter Tank entsprechend dem geplanten Einsatz verwenden.
Vor dem Zusammenfalten sollte der Tank vollständig entleert und nach den Herstellerangaben gereinigt beziehungsweise getrocknet werden. Nicht jedes Modell ist für dieselbe Art der Lagerung geeignet. Deshalb sollten die jeweiligen Pflegehinweise berücksichtigt werden.
4. Unterschiedliche Tankgrößen für verschiedene Bedürfnisse
Faltbare Zisternen sind in verschiedenen Fassungsvermögen erhältlich. Je nach Produktangebot können beispielsweise Größen von 3.000 bis 50.000 Litern zur Verfügung stehen. Die richtige Auswahl richtet sich nach dem verfügbaren Platz, der Menge des gesammelten Regenwassers und dem tatsächlichen Verbrauch.
- 000 Liter: Eine mögliche Lösung für kleinere Gärten und überschaubare Bewässerungsaufgaben.
- 000 Liter: Interessant für größere Privatgärten, Gemüsebeete und kleinere Gewächshäuser.
- 000 Liter: Kann bei höherem Wasserbedarf und größeren Gartenflächen sinnvoll sein.
- 000 Liter: Eine Option für umfangreichere Bewässerungsbereiche oder bestimmte gewerbliche Anwendungen.
- 000 Liter: Für große Speichermengen, beispielsweise in geeigneten Gartenbaubetrieben, sofern die Standortbedingungen dies zulassen.
Diese Größen dienen als Orientierung. Die konkreten Tankabmessungen, zulässigen Betriebsbedingungen und Anforderungen an den Untergrund unterscheiden sich je nach Modell.
5. Regenwasser über das Dach sammeln
Damit eine faltbare Zisterne Regenwasser aufnehmen kann, wird eine geeignete Wasserzufuhr benötigt. Eine verbreitete Möglichkeit besteht darin, Niederschlag über eine Dachfläche aufzufangen und über ein entsprechendes Leitungssystem in den Tank zu führen.
Ein Regensammler kann dabei helfen, Wasser aus einem Fallrohr abzuleiten. Je nach System können zusätzliche Filter erforderlich sein, um Blätter und grobe Verunreinigungen zurückzuhalten. Eine faltbare Zisterne für Regenwasser ermöglicht die oberirdische Speicherung von Niederschlagswasser und eignet sich je nach Größe für unterschiedliche Gartenbereiche.
Bei der Planung sollten Sie folgende Punkte berücksichtigen:
- Größe und Beschaffenheit der Dachfläche
- örtliche Niederschlagsmenge
- mögliche Verluste bei der Sammlung
- Position und Höhe des Tankanschlusses
- sichere Ableitung von überschüssigem Wasser
Eine größere Dachfläche kann mehr Regenwasser liefern, sofern ausreichend Niederschlag vorhanden ist. Das Speichervolumen sollte dennoch zum tatsächlichen Verbrauch passen, damit der Tank weder dauerhaft zu klein noch unnötig groß dimensioniert wird.
6. Die passende Stellfläche vorbereiten
Auch eine faltbare Zisterne benötigt einen geeigneten Standort. Vor der Installation sollte die Fläche sorgfältig geprüft werden, da ein gefüllter Tank ein erhebliches Gewicht erreicht.
Ein Kubikmeter Wasser wiegt ungefähr eine Tonne. Ein Tank mit 5.000 Litern enthält somit etwa fünf Tonnen Wasser, bei 10.000 Litern sind es ungefähr zehn Tonnen. Das Gewicht des Tanks selbst kommt gegebenenfalls hinzu.
Für die Stellfläche sind insbesondere folgende Punkte wichtig:
- Der Untergrund sollte eben und ausreichend tragfähig sein.
- Steine, scharfe Gegenstände und andere mögliche Beschädigungsquellen müssen entfernt werden.
- Die Fläche muss groß genug für die Abmessungen des gefüllten Tanks sein.
- Der Standort sollte für Befüllung, Entnahme und Wartung zugänglich bleiben.
- Die Herstellerangaben zur Untergrundvorbereitung müssen eingehalten werden.
Bei großen Tankvolumen sollte die Tragfähigkeit des Untergrunds besonders sorgfältig beurteilt werden. Ein geeigneter Standort trägt wesentlich zur sicheren Nutzung bei.
7. Anschlüsse und Zubehör richtig auswählen
Für den Betrieb einer faltbaren Regenwasserzisterne können unterschiedliche Zubehörteile erforderlich sein. Welche Komponenten benötigt werden, hängt von der Art der Wasserzufuhr und der geplanten Entnahme ab.
Ein Regensammler kann das Wasser vom Fallrohr zum Tank leiten. Schläuche und passende Anschlusssets ermöglichen die Verbindung zwischen den einzelnen Komponenten. Filter können dabei helfen, grobe Verunreinigungen zu reduzieren.
Wenn das Wasser nicht allein durch Schwerkraft entnommen werden kann oder eine bestimmte Förderleistung benötigt wird, kann eine geeignete Pumpe sinnvoll sein. Dabei müssen die technischen Anforderungen der Pumpe und des Tanks zusammenpassen.
Prüfen Sie vor dem Kauf, welche Anschlüsse bereits vorhanden sind und welches Zubehör zusätzlich benötigt wird. Dadurch lassen sich Kompatibilitätsprobleme und unnötige Zusatzkosten vermeiden.
8. Regenwasser mit einer geeigneten Pumpe nutzen
Je nach Aufbau der Anlage kann das gespeicherte Regenwasser über einen Anschluss oder mithilfe einer Pumpe entnommen werden. Für die Bewässerung eines Gartens kann eine passende Pumpe beispielsweise Wasser zu einem Schlauch oder einem geeigneten Bewässerungssystem fördern.
Bei der Auswahl spielen mehrere Kriterien eine Rolle:
- benötigte Fördermenge
- erforderlicher Druck
- Höhe und Länge der Förderstrecke
- Art der Wasserentnahme
- Kompatibilität mit Tank und Anschlüssen
Die Pumpe sollte für die vorgesehene Wasserqualität und Anwendung geeignet sein. Außerdem ist darauf zu achten, dass sie entsprechend den Herstellerangaben betrieben wird und nicht trockenläuft, sofern sie dafür nicht ausgelegt ist.
Für einfache Anwendungen kann eine unkomplizierte Entnahmelösung genügen. Bei größeren Bewässerungsanlagen ist es dagegen sinnvoll, die erforderliche Förderleistung vorab zu bestimmen.
9. Faltbare Zisterne oder klassischer Erdtank?
Wer Regenwasser speichern möchte, kann zwischen verschiedenen Tanklösungen wählen. Eine faltbare oberirdische Zisterne und ein unterirdischer Erdtank unterscheiden sich insbesondere hinsichtlich Einbau, Platzbedarf und baulichem Aufwand.
Eine faltbare Zisterne kann vorteilhaft sein, wenn Erdarbeiten vermieden werden sollen und ausreichend geeignete Stellfläche vorhanden ist. Sie kann sich außerdem für Grundstücke eignen, auf denen ein flexibler Speicher benötigt wird.
Ein unterirdischer Erdtank kann dagegen interessant sein, wenn die Oberfläche möglichst frei bleiben soll oder eine dauerhafte Integration in die Grundstücksgestaltung gewünscht ist. Der Einbau erfordert allerdings je nach Situation eine Baugrube und zusätzliche Installationsarbeiten.
Welche Lösung besser passt, hängt vom Grundstück, dem geplanten Speichervolumen, den Kosten und den Nutzungsanforderungen ab. Ein Vergleich sollte deshalb nicht nur den Anschaffungspreis, sondern auch Zubehör, Einbau und langfristige Nutzung berücksichtigen.
10. Den Wasserbedarf vor dem Kauf berechnen
Die Auswahl der passenden Tankgröße sollte auf einer realistischen Einschätzung des Regenwasserertrags und des Verbrauchs beruhen. Dafür können Sie zunächst die verfügbare Dachfläche, die örtliche Niederschlagsmenge und den ungefähren Bewässerungsbedarf ermitteln.
Für eine vereinfachte Berechnung kann folgende Formel verwendet werden:
Dachfläche × Niederschlagsmenge × Abflussbeiwert = geschätzter Regenwasserertrag
Bei einer Dachfläche von 100 Quadratmetern, einer Niederschlagsmenge von 600 Millimetern pro Jahr und einem angenommenen Abflussbeiwert von 0,8 ergibt sich beispielsweise:
100 m² × 0,6 m × 0,8 = 48 m³
Das entspricht einem theoretischen Jahresertrag von 48.000 Litern. In der Praxis kann die tatsächlich nutzbare Menge aufgrund von Verlusten, Filtern und der zeitlichen Verteilung des Niederschlags geringer sein.
Neben dem Jahresertrag ist entscheidend, wie viel Wasser zwischen den Regenfällen benötigt wird. Ein größerer Tank kann längere trockene Zeiträume überbrücken, sofern er vorher ausreichend befüllt wurde und die gesammelte Menge zum Verbrauch passt.
11. Reinigung, Wartung und Schutz vor Frost
Damit eine faltbare Zisterne möglichst lange genutzt werden kann, sollten die Pflege- und Wartungshinweise des Herstellers beachtet werden. Dazu gehört die regelmäßige Kontrolle des Materials, der Anschlüsse und der Wasserzufuhr.
Auch der Zulauf sollte überprüft werden, damit Blätter und grobe Verunreinigungen nicht unnötig in den Tank gelangen. Je nach Wasserquelle und Nutzungszweck kann eine regelmäßige Reinigung erforderlich sein.
Bei niedrigen Temperaturen ist besondere Vorsicht geboten. Gefrierendes Wasser kann Schäden an Tankmaterial, Leitungen und Zubehör verursachen. Ob der Tank im Winter entleert, abgebaut oder auf andere Weise geschützt werden muss, hängt von seiner Konstruktion und den Herstellerangaben ab.
Ein Kissentank sollte nicht ohne ausdrückliche Freigabe unter ungeeigneten Temperaturbedingungen betrieben werden. Eine rechtzeitige Vorbereitung auf die kalte Jahreszeit kann dazu beitragen, vermeidbare Schäden zu verhindern.
12. Die Wasserqualität und den Verwendungszweck beachten
Gespeichertes Regenwasser eignet sich häufig für die Gartenbewässerung und andere dafür vorgesehene Anwendungen. Es ist jedoch nicht automatisch Trinkwasser. Verunreinigungen von Dachflächen, Ablagerungen und Mikroorganismen können die Wasserqualität beeinflussen.
Deshalb sollte Regenwasser aus einer solchen Anlage nicht ohne eine geeignete Aufbereitung und entsprechende Prüfung als Trinkwasser verwendet werden. Auch bei anderen Nutzungsarten sind die jeweiligen Anforderungen an die Wasserqualität zu berücksichtigen.
Wer Regenwasser für technische oder gewerbliche Zwecke speichern möchte, sollte sicherstellen, dass Tankmaterial und Zubehör mit dem vorgesehenen Verwendungszweck kompatibel sind.
Fazit
Eine faltbare Zisterne für Regenwasser bietet eine flexible Möglichkeit, Wasser oberirdisch zu speichern, ohne eine klassische unterirdische Tankbaugrube herstellen zu müssen. Zu den wichtigsten Eigenschaften zählen die flexible Bauweise, die möglichen platzsparenden Lagermöglichkeiten entleerter Modelle und die Verfügbarkeit unterschiedlicher Fassungsvermögen.
Damit die Lösung zum eigenen Bedarf passt, sollten Tankgröße, Dachfläche, Wasserverbrauch, Stellfläche und Zubehör aufeinander abgestimmt werden. Besonders bei großen Speichervolumen ist die Tragfähigkeit des Untergrunds ein entscheidender Faktor.
Wer die technischen Angaben sorgfältig prüft und die Installation nach den Herstellerhinweisen plant, kann eine faltbare Zisterne sinnvoll für die Regenwasserspeicherung im Garten, im Gewächshaus oder in geeigneten gewerblichen Bereichen einsetzen.

